Rechtsberatung Hundehaltung -

  Recht: Justitia Direct www.e-juristen.de  

Kann die Haltung von Hunden widerrufen werden?

 Sie wollen direkt zum Rechtsrat online per eMail?
 Klicken Sie bitte hier > Rechtsberatung online < und Sie gelangen direkt zu Ihren Informationen  
............................................................................
 
  Sie telefonieren lieber und sprechen sofort mit einem Rechtsanwalt?     
  Kein Problem! Einfach anrufen, täglich - auch SA + SO > Telefonische Rechtsauskunft
..............................................................................
 
  Fragestellung: Wiederruf der Hundehaltung durch Vermieter -
  Datum: April 2006  - Ort: Merzig
Frage:
  .
Ich wohne seit mittlerweile 5 Jahren in derselben Wohnung. Wir sind mit einem Hund (Schäferhund!) und zwei Katzen in die Wohnung eingezogen.

Der Vermieter wusste, dass wir die Tiere haben, im Mietvertrag ist zur Hunde- oder Katzenhaltung nichts gesagt.

Bisher hatten wir nie Probleme. Vor ca. 3 Monaten zog eine ältere Frau ins Haus. Sie hat einen kleinen Hund, der ein richtiger Kläffer ist. Er bellt zu jeder Tages- und Nachtzeit, ohne dass dafür ein Grund erkennbar ist.

Natürlich bellt unser Grosser mit, d. h., er versucht es. Wenn wir es mitbekommen stören wir ihn und dann ist auch sofort Ruhe. Es kommt aber mal vor, dass wir nicht zuhause sind und dann haben wir eine schlimme Bellerei im Haus. Wir haben es selbst mehrmals mitbekommen, wenn wir nach hause gekommen sind. Die Bellerei war zu hören, sobald man das Haus betrat.

Das Problem ist aber, dass unser Grosser eine viel dunklere und wahrscheinlich auch kräftigere Stimme hat. Er ist also viel lauter zu hören, als der kleine Kläffer, der keine Bässe in der Stimme hat.

Nun haben wir Ärger mit dem Vermieter. Er hat uns angeschrieben und aufgefordert den Hund abzuschaffen, weil seine Bellerei die Hausbewohner nachhaltig seit Wochen störe.

Wir können das nicht so ganz nachvollziehen. Es sind noch mehr Hunde im Haus, die ebenfalls anfangen zu bellen, wenn der kleine Köter loslegt. Es ist wirklich fast immer der kleine Kläffer der älteren Dame, der das Hundekonzert anfängt und sich einfach nicht geben will.

Die anderen Hausbewohner im Haus mit Hund sind fast immer zuhause und können auf ihre Hunde sofort Einfluss nehmen, wenn die Bellerei wieder mal losgeht. 

Wir sind aus beruflichen Gründen im Moment halt öfter aus dem Haus und müssen den Hund deswegen allein lassen.

Vorher war das zeitweise auch schon so. Es gab jedoch nie Probleme, weil auch die anderen Hunde im Haus relativ relax sind. Wie gesagt, los ging es, als die ältere Dame mit ihrem Schreihals einzog.

Was ist von der Aufforderung des Vermieters zu halten? Kann es uns passieren, dass wir den Hund wirklich abgeben müssen, obwohl wir doch wirklich nichts dafür können.

............... jusdi102
Antwort:
.
Sie sind mit dem Einverständnis Ihres Vermieters mit Hund und Katze ins Haus eingezogen. Es kann also eine Zustimmung des Vermieters angenommen werden.

Eine solche Einwilligung kann der Vermieter aber auch wieder widerrufen.

Das ist immer dann der Fall, wenn ein Tier zum Problem für andere Hausbewohner wird oder droht zu werden.

Das kann der Fall sein, wenn ein Hund plötzlich aggressiv wird, das Haus oder zum Haus gehöriges nachhaltig verschmutzt usw, usw, usw.

Es kann auch ein Widerruf stattfinden, wenn ein Tier so viel Lärm macht, dass dadurch die anderen Bewohner nachhaltig in ihrer Ruhe gestört sind.

Das scheint ja bei Ihnen der Fall zu sein, weil die dunkle, kräftige Stimme Ihres Hundes im ganzen Haus zu hören ist.

Ob dies jedoch ein ausreichender Grund ist, ausgerechnet von Ihnen zu verlangen, dass Sie Ihren Hund abschaffen erscheint mir mehr als fraglich. Ich würde die Frage verneinen.

Es ist zu beachten: Was ist Ursache, was ist Wirkung. Hunde sind nun einmal Rudeltiere und fängt einer an zu "sprechen", sprechen die anderen mit. Das ist ganz normales Verhalten und es stellt sich hier die Frage, welcher Hund im Haus die Kommunikation beginnt. Das scheint ja der  kleine Hund der neuen Mitbewohnerin zu sein.

Mithin hat die Besitzerin so etwas wie eine Hauptschuld, weil sie anscheinend nicht in der Lage ist, derart auf ihren Hund Einfluss zu nehmen, dass, wenn er einmal angefangen hat zu bellen, er auch wieder aufhört und es dann auch lässt.

Nur weil Ihr Hund der lauteste, weil grösste ist, kann ihr Vermieter nicht ausgerechnet von Ihnen verlangen, dass Sie eine von vielen Lärmquellen abschaffen.

Ich sehe für ein solches Verlangen in diesem Fall keine Rechtsgrundlage.

Aus Erfahrung weiss ich und auch die sonstigen bei der Anwaltshotline angeschlossenen Rechtsanwälte derartige relativ harmlose Reibereien oft der Anfang für Streitereien sind, die bis zum Schlimmsten gehen können.

Sie sollten also versuchen mit Ihrem Vermieter zu reden, möglicherweise kennt er die wahre Situation nicht, hat nur ein oder zwei Statements gehört und hat ein völlig falsches Bild. Bitten Sie ihn, auf die alte Dame derart Einfluss zu nehmen, dass ihr Hund sich in Zukunft etwas weniger "hysterisch" verhält.

Die haben ja ein gutes Argument. Vor dem Einzug der alten Dame ins Wohnhaus ist es ja auch jahrelang gutgegangen und es kam zu keinerlei Beschwerden.

 

...................

   
JD

Rechtsanwälte beraten Sie sofort

   
 

Übersichten: Arbeitsrecht | Familienrecht | Erbrecht | Mietrecht | | Scheidungsrecht - Strafrecht - Verkehrsrecht - Wettbewerbsrecht etc |

| nach oben |
..............................................................................
Thema: Mietrecht - Mietvertrag - Tierhaltung - Hundehaltung - Katzenhaltung - Widerruf der Erlaubnis  -  @

Copyright: JD - Saarbrücken (Saarland)